Sycophancy/ˈsɪk.ə.fən.si/ – die Tendenz großer Sprachmodelle,
Nutzeräußerungen reflexartig zu bestätigen – stellt nicht nur eine
technische Anomalie dar, sondern wird zunehmend zu einem rechtlich
relevanten Problem. Diese durch Reinforcement Learning from Human Feedback
(RLHF) begünstigte Eigenschaft kann die Schwelle zu unzulässigen Dark
Patterns überschreiten und eine verdeckte Verhaltenslenkung bewirken. Der
Beitrag entwickelt eine Typologie sycophantischen Verhaltens und zeigt auf,
wie bestehende Vorgaben von KI-Verordnung, DSGVO und DSA zur Anwendung
kommen. Im Zentrum steht die Frage, unter welchen Voraussetzungen
sycophantische Antworten als manipulative Praktiken im Sinne des Art. 5 Abs.
1 lit. a KI-VO zu qualifizieren sind und wann sie die Freiwilligkeit
datenschutzrechtlicher Einwilligungen beeinträchtigen.